Der Schlüssel dreht sich, der V2 erwacht zum Leben und vor Ihnen liegt eine endlose Straße Richtung Monument Valley, Pacific Coast Highway oder Route 66. Wer sich fragt, welche Bikes es in den USA zur Vermietung gibt, hat die Qual der Wahl: vom klassischen Harley-Cruiser über voll ausgestattete Langstrecken-Tourer bis zum wendigen Adventure-Bike. Das richtige Motorrad entscheidet nicht nur über den Fahrspaß, sondern auch darüber, wie entspannt Sie Tausende Meilen durch die USA erleben.
Eine gute Wahl beginnt deshalb nicht beim schönsten Foto im Katalog. Entscheidend sind Ihre Route, die Zahl der Reisetage, Ihr Gepäck, ein möglicher Sozius und natürlich das Fahrgefühl, das Sie sich für Ihren American Dream wünschen.
Welche Bikes gibt es zur Miete in den USA?
Die amerikanischen Vermietstationen führen überwiegend Modelle, die für die großen Distanzen und abwechslungsreichen Straßen des Landes gebaut sind. Besonders stark vertreten sind Harley-Davidson und Indian Motorcycle. Je nach Vermieter und Standort finden Sie außerdem Motorräder von BMW, Honda, Yamaha, Kawasaki, Suzuki oder Triumph.
Die konkrete Flotte unterscheidet sich von Station zu Station. In beliebten Startorten wie Los Angeles, Las Vegas, San Francisco, Orlando, Miami, Denver oder Chicago ist die Auswahl meist besonders groß. Wer ein bestimmtes Modell fahren möchte, sollte früh buchen und sich nicht allein auf eine unverbindliche Modellbezeichnung verlassen. Häufig gilt bei Motorradvermietungen ein vergleichbares Modell, falls das Wunschbike kurzfristig nicht verfügbar ist.
Harley-Davidson Cruiser: der Klassiker für Route 66 und Küste
Für viele gehört eine Harley schlicht zu einer USA-Motorradreise. Modelle aus der Cruiser-Klasse verbinden den typischen V-Twin-Sound mit einer entspannten Sitzposition und viel Americana-Gefühl. Sie passen hervorragend zu kürzeren bis mittleren Tagesetappen, zu Touren durch Arizona und Utah oder zu einer Fahrt entlang Kaliforniens Küste.
Beliebte Varianten sind etwa die Street Bob, Fat Boy, Heritage Classic oder Low Rider. Sie unterscheiden sich bei Sitzhöhe, Windschutz, Gepäckmöglichkeiten und Motorcharakter deutlich. Eine reduzierte Street Bob wirkt puristisch und leichtfüßiger. Eine Heritage Classic bietet mit Scheibe und Koffern mehr Komfort auf langen Highways.
Der Kompromiss: Ein Cruiser ist emotional kaum zu schlagen, bietet aber je nach Modell weniger Wetterschutz und Stauraum als ein großer Tourer. Für zwei Personen mit großem Reisegepäck ist er daher nicht immer die bequemste Lösung.
Große Harley-Tourer und Baggers für lange Etappen
Wenn Ihre Reise über zwei oder drei Wochen führt, ist ein großer Tourer oft die souveränste Wahl. Modelle wie Harley-Davidson Road Glide, Street Glide, Road King oder Ultra Limited sind für genau diesen Zweck gebaut. Feste Koffer, Topcase, bequeme Sitze, breite Verkleidungen und ein guter Windschutz machen aus einem langen Fahrtag ein entspanntes Reiseerlebnis.
Diese Maschinen sind ideal für klassische Rundreisen durch den Südwesten, für die Route 66 oder für Strecken durch die Rocky Mountains. Auch mit Sozius und voller Beladung bleiben sie auf dem Interstate angenehm. Moderne Tourer verfügen je nach Modell über Navigation, Tempomat, Infotainment und Rückfahrhilfe.
Dafür bringen sie Gewicht mit. Beim Rangieren vor dem Motel, an der Tankstelle oder auf losem Untergrund brauchen sie etwas Erfahrung und einen sicheren Stand. Wer bisher überwiegend leichte Naked Bikes gefahren ist, sollte nicht allein wegen der Optik zum größten Modell greifen.
Indian Motorcycle: amerikanischer Charakter mit eigener Note
Indian ist die zweite große amerikanische Ikone auf vielen Vermietflotten. Die Modelle wirken klassisch, fahren sich aber je nach Baureihe sehr modern. Eine Indian Scout ist ein kompakter, zugänglicher Cruiser für Fahrer, die das amerikanische V-Twin-Erlebnis suchen, ohne gleich ein sehr schweres Motorrad zu bewegen.
Für lange Reisen kommen vor allem die Chieftain, Challenger, Springfield oder Roadmaster infrage. Diese Maschinen bieten viel Komfort, kräftige Motoren und oft eine hochwertige Touring-Ausstattung. Wer sich von Harley-Davidson bewusst abheben möchte, findet hier eine starke Alternative mit ebenso viel Roadtrip-Charakter.
Ob Harley oder Indian besser passt, ist keine Glaubensfrage. Probieren Sie nach Möglichkeit Sitzposition, Lenkerbreite und Gewicht aus. Schon wenige Minuten auf dem Motorrad zeigen oft, welches Modell sich wirklich vertraut anfühlt.
Adventure-Bikes für Nationalparks und Bergstraßen
Nicht jeder USA-Trip besteht aus endlosen Highways. Wer die kurvigen Straßen der Rocky Mountains, abgelegene Nationalparkregionen oder wechselnde Wetterlagen einplant, fährt mit einem Adventure-Bike oft besonders gut. BMW R 1250 GS, BMW F 850 GS, Honda Africa Twin, Yamaha Ténéré oder vergleichbare Modelle sind je nach Standort verfügbar.
Adventure-Bikes bieten eine aufrechte Sitzposition, gute Federwege und viel Übersicht im Verkehr. Sie sind stark auf Asphalt und kommen auch mit einfachen, legal befahrbaren unbefestigten Zufahrten besser zurecht als ein schwerer Bagger. Für Touren durch Colorado, Wyoming, Montana oder den pazifischen Nordwesten sind sie eine überzeugende Wahl.
Wichtig: Auch wenn das Motorrad offroadtauglich aussieht, erlauben viele Vermieter keine Fahrt auf unbefestigten Straßen. Das ist eine Vertrags- und Versicherungsfrage. Planen Sie daher nicht mit Schotterpisten, bevor die Bedingungen eindeutig geklärt sind.
Sportliche Modelle, Trikes und leichtere Motorräder
Neben den großen Reisemaschinen gibt es in den USA auch sportliche Naked Bikes, klassische Roadster und vereinzelt leistungsstarke Sporttourer. Sie eignen sich für Fahrer, die kurvige Tagesstrecken und ein agileres Handling bevorzugen. Für eine Woche rund um San Francisco, in den Blue Ridge Mountains oder auf Floridas Küstenstraßen kann ein leichteres Motorrad genau richtig sein.
Für Gäste, die beim langsamen Rangieren mehr Sicherheit wünschen, sind Harley-Davidson Trikes eine interessante Option. Drei Räder bedeuten allerdings nicht automatisch, dass jedes Handling leichter wird: Kurven fährt ein Trike anders als ein Motorrad, und die Fahrzeugbreite muss auf Parkplätzen sowie bei engen Durchfahrten mitgedacht werden. Auch die Führerscheinregelung sollte vorab geprüft werden.
So wählen Sie Ihr Mietmotorrad für die USA richtig
Beginnen Sie mit der Strecke, nicht mit dem Wunschmodell. Eine Route von Las Vegas durch die Nationalparks verlangt etwas anderes als eine entspannte Fahrt von Chicago nach Los Angeles auf der Route 66. Auf einer zweiwöchigen Tour mit vielen Hotelwechseln sind Koffer, Wetterschutz und Sitzkomfort meist wichtiger als ein besonders reduzierter Look.
Bei Fahrten zu zweit empfiehlt sich fast immer ein ausgewachsener Tourer mit genügend Stauraum. Zwei Helme, Motorradjacken, Regenkleidung und persönliches Gepäck füllen kleine Taschen schneller, als man denkt. Wer allein und bewusst leicht reist, kann dagegen mit einem Cruiser oder Roadster viel spontaner unterwegs sein.
Auch die Körpergröße zählt. Eine niedrige Sitzhöhe gibt beim Stop-and-go ein sicheres Gefühl, während große Fahrer auf manchen Cruisern die Beine stark anwinkeln müssen. Adventure-Bikes bieten mehr Platz, sind aber oft höher. Ein paar Zentimeter Sitzhöhe können nach einem langen Fahrtag einen großen Unterschied machen.
Die Motorleistung ist ebenfalls nicht alles. Amerikanische V-Twins liefern viel Drehmoment und lassen sich entspannt fahren, ohne ständig schalten zu müssen. Ein großer Tourer fühlt sich auf dem Highway zu Hause, in engen Serpentinen aber anders an als ein leichteres europäisches Motorrad. Ehrlich mit der eigenen Fahrpraxis zu sein, ist die beste Grundlage für eine sichere Wahl.
Was bei der Motorradvermietung zusätzlich zählt
Das Motorrad ist nur ein Teil Ihrer Reise. Prüfen Sie vor der Buchung, welche Versicherungsleistungen enthalten sind, wie hoch die Selbstbeteiligung ist und ob Zusatzschutz sinnvoll sein kann. Klären Sie außerdem, ob Helme, Navigationsgerät, Gepäcklösungen oder ein zweiter Fahrer separat berechnet werden.
Viele Reisende schätzen Einwegmieten, etwa von Chicago nach Los Angeles oder von San Francisco nach Las Vegas. Sie sparen Rückfahrtzeit, können aber mit einer Einweggebühr verbunden sein. Bei Rundreisen ist die Rückgabe an derselben Station häufig die einfachere und preislich attraktivere Lösung.
Für deutsche, österreichische und schweizerische Gäste sind ein gültiger nationaler Motorradführerschein sowie in vielen Fällen ein internationaler Führerschein sinnvoll oder vorgeschrieben. Die Anforderungen können je nach Bundesstaat und Vermieter variieren. Nehmen Sie außerdem eine Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers mit, denn die Kaution wird in der Regel darüber hinterlegt.
Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung hilft USA Biker Tour dabei, nicht einfach irgendein Bike zu reservieren, sondern das Motorrad passend zur Route, zum Reiseprofil und zu Ihren Vorstellungen auszuwählen. Denn zwischen Grand Canyon, endlosen Prärien und dem ersten Blick auf den Pazifik soll Ihre Maschine vor allem eines tun: sich anfühlen, als wäre sie genau für diese Reise gemacht.
