Oktober 19

Fünf Highlights der Route 66 für Motorradfahrer

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Der Moment am Startschild in Chicago ist mehr als ein Fotostopp: Vor Ihnen liegen rund 4.000 Kilometer American Dream, kleine Diners, rote Wüstenpisten und Städte, die nach Benzin, Geschichte und Freiheit riechen. Wer nach „fünf Highlights Route 66“ sucht, will nicht einfach Sehenswürdigkeiten abhaken. Es geht um jene Orte, an denen die Mother Road auf dem Motorrad wirklich unter die Haut geht.

Die Route 66 ist heute keine durchgehende, einheitlich ausgeschilderte Straße mehr. Viele Abschnitte wurden durch Interstates ersetzt, andere leben als Historic Route 66 weiter. Genau darin liegt ihr Reiz – und ihre Herausforderung. Mit einer guten Planung, dem passenden Motorrad und ausreichend Zeit wird aus der legendären Straße eine Reise, die weit über einen klassischen USA-Roadtrip hinausgeht.

Fünf Highlights der Route 66, die Biker erleben sollten

1. Chicago: Der Start in den American Dream

Chicago ist laut, groß und voller Energie. Zwischen den Hochhäusern beginnt eine Strecke, die ganze Generationen von Reisenden geprägt hat. Das offizielle Startschild nahe der Adams Street gehört selbstverständlich ins erste Erinnerungsfoto. Doch viel wichtiger ist das Gefühl, die Großstadt langsam hinter sich zu lassen: Der Verkehr wird leichter, die Landschaft öffnet sich, und plötzlich ist da diese Vorfreude auf jeden einzelnen Mile Marker.

Für Motorradfahrer lohnt es sich, die erste Etappe bewusst entspannt anzugehen. Nach einem Langstreckenflug und der Übernahme des Bikes braucht der Körper Zeit, um anzukommen. Eine geführte Tour nimmt Ihnen an diesem Punkt viel Organisation ab. Bei einer Selfdrive-Reise sind ein Hotel in guter Lage, ein ausführliches Roadbook und ein klarer Plan für die ersten Tage Gold wert.

Der Kontrast zwischen Chicago und dem ländlichen Illinois macht diesen Auftakt so stark. Statt sofort nach Westen zu hetzen, beginnt die Route 66 hier mit ihrer eigentlichen Botschaft: Der Weg ist nicht das lästige Stück zwischen zwei Zielen, sondern das Erlebnis selbst.

2. St. Louis und die Chain of Rocks Bridge

In St. Louis wartet mit dem Gateway Arch eines der bekanntesten Symbole des amerikanischen Westens. Der riesige Bogen steht für Aufbruch, Expansion und die Sehnsucht nach dem Horizont – besser könnte eine Route-66-Etappe kaum eingerahmt sein. Auf dem Motorrad wirkt der Übergang über den Mississippi besonders eindrucksvoll: Hinter Ihnen liegt der dichter besiedelte Osten, vor Ihnen beginnt das weite Land.

Ein echtes Route-66-Highlight ist die Chain of Rocks Bridge nördlich von St. Louis. Die historische Brücke wird nicht mehr vom Autoverkehr befahren, kann aber zu Fuß erlebt werden. Ihr auffälliger Knick von 22 Grad war einst eine technische Lösung für die Schifffahrt – heute ist er ein Stück Roadtrip-Geschichte, das man nicht übersehen sollte.

Hier zeigt sich auch ein wichtiger Unterschied zwischen einer schnellen USA-Rundreise und einer echten Bikerreise: Wer zu eng plant, sieht nur den Arch aus der Ferne und fährt weiter. Wer Luft im Tagesprogramm hat, erlebt die kleinen Abstecher, die aus einer schönen Route eine persönliche Geschichte machen.

3. Tucumcari: Neon, Motels und echtes Route-66-Gefühl

Tucumcari in New Mexico ist kein Ort, den man wegen großer Museen oder mondäner Einkaufsstraßen anfährt. Gerade deshalb bleibt er im Gedächtnis. Wenn am Abend die Neonreklamen leuchten und vor den Moteltüren Oldtimer stehen, fühlt sich die Route 66 an wie eine Szene aus einem Film der 1950er-Jahre.

Die Stadt hat ihren nostalgischen Charakter über Jahrzehnte bewahrt. Bunte Fassaden, klassische Schilder und familiengeführte Unterkünfte erzählen von einer Zeit, als Reisende mit Landkarten, Koffern und großen Erwartungen Richtung Kalifornien unterwegs waren. Nach einem langen Fahrtag ist Tucumcari der richtige Ort, um die Maschine abzustellen, ein gutes amerikanisches Dinner zu genießen und das Erlebte wirken zu lassen.

New Mexico fordert zugleich eine realistische Tagesplanung. Die Distanzen werden größer, die Sonne intensiver und der Wind kann kräftig sein. Gerade im Sommer sind frühe Starts sinnvoll. Ausreichend Wasser, leichte Funktionskleidung unter der Motorradjacke und regelmäßige Tankstopps gehören hier zur entspannten Reisevorbereitung. Freiheit fühlt sich am besten an, wenn man vorbereitet ist.

4. Petrified Forest und Winslow: Arizona in seiner ganzen Weite

Arizona liefert jene Bilder, die viele Motorradfahrer mit dem Südwesten der USA verbinden: endlose Horizonte, trockene Luft, leuchtende Felsen und Straßen, die schnurgerade in die Ferne laufen. Die Route 66 führt durch den Petrified Forest National Park – eine Besonderheit, denn kaum ein anderer Nationalpark lässt sich so unmittelbar mit der Geschichte der Mother Road verbinden.

Versteinerte Baumstämme, die Painted Desert und die weiten Aussichtspunkte machen diesen Abschnitt zu einem landschaftlichen Höhepunkt. Das Tempo sinkt hier automatisch. Nicht, weil die Strecke schwierig wäre, sondern weil die Kulisse dazu einlädt, anzuhalten. Wer nur Kilometer sammelt, verpasst genau das, weshalb man für eine Motorradreise in die USA fliegt.

Ganz in der Nähe liegt Winslow. Die Stadt ist durch einen bekannten Song weltberühmt geworden und hat ihren Platz in der Route-66-Kultur mit viel Charme angenommen. Ein kurzer Halt am Standin’ on the Corner Park gehört für viele Biker einfach dazu. Der Ort ist touristisch, ja – aber auf eine sympathische, unkomplizierte Art. Und manchmal darf eine Kultstelle genau das sein.

5. Oatman und Santa Monica: Vom Wilden Westen bis zum Pazifik

Oatman in Arizona ist einer dieser Orte, die man nicht vergisst. Die historische Strecke durch die Black Mountains verlangt Konzentration: Kurven, Höhenmeter und teils schmale Fahrbahnen machen sie deutlich anspruchsvoller als die langen Geraden im Mittleren Westen. Für viele Motorradfahrer ist genau das einer der schönsten Route-66-Abschnitte überhaupt.

Im ehemaligen Goldgräberort Oatman laufen wilde Esel durch die Straße, Holzbalkone erinnern an die Zeit des Wilden Westens, und vor den Saloons stehen Motorräder aus aller Welt. Es ist touristisch, aber nicht künstlich. Wer am späten Nachmittag ankommt, wenn die Hitze nachlässt und die Schatten länger werden, erlebt die besondere Atmosphäre am intensivsten.

Danach verändert sich die Welt schnell. Die Wüste weicht Vorstädten, der Verkehr nimmt zu, und Kalifornien kündigt sich mit Palmen, Sonne und schließlich dem Geruch des Pazifiks an. Santa Monica ist der emotionale Schlusspunkt der Route 66. Am Pier endet zwar nicht jede historische Linienführung exakt gleich, doch als Ziel ist dieser Ort unschlagbar: Helm ab, Schuhe aus, Blick aufs Meer. Nach Tagen im Sattel fühlt sich der Ozean nicht wie ein Ende an, sondern wie eine Belohnung.

Wie viel Zeit braucht die Route 66 mit dem Motorrad?

Für die gesamte Route 66 sollten Sie mindestens 14, besser 16 bis 18 Tage einplanen. Wer Nationalparks, Ruhetage und längere Stopps in Städten wie Chicago, Santa Fe oder Las Vegas einbauen möchte, reist entspannter mit drei Wochen. Die Versuchung, täglich möglichst viele Meilen zu fahren, ist groß. Doch lange Autobahnetappen, Wetterwechsel und ungewohnte Bikes kosten Energie.

Auch die Fahrtrichtung ist eine Frage des persönlichen Reisestils. Von Chicago nach Santa Monica nimmt die Landschaft Schritt für Schritt an Größe und Dramatik zu. Die Reise endet am Pazifik – für viele die stimmigste Dramaturgie. Von West nach Ost profitieren Sie dagegen häufig von günstigeren Flügen nach Kalifornien und fahren mit der Sonne eher im Rücken. Beides funktioniert, aber die klassische Ost-West-Richtung bleibt für den ersten Route-66-Traum besonders emotional.

Geführt oder Selfdrive: Was passt besser zu Ihrer Route 66?

Eine geführte Motorradtour passt zu Bikern, die das Gemeinschaftserlebnis schätzen und unterwegs möglichst wenig organisieren möchten. Reiseleitung, Hotels, Gepäcktransport und Tagesabläufe sind vorbereitet. Sie konzentrieren sich auf die Straße, die Gruppe und die vielen Eindrücke.

Eine Selfdrive-Tour bietet mehr Freiheit bei Startzeiten, Fotostopps und individuellen Abstechern. Dafür braucht sie eine besonders verlässliche Vorbereitung: passende Motorradkategorie, Unterkünfte entlang der Strecke, Hinweise zu Tankmöglichkeiten und ein Routenplan, der historische Abschnitte wirklich berücksichtigt. USA Biker Tour verbindet diese Freiheit mit einer Planung, die auf langjähriger Erfahrung mit amerikanischen Motorradreisen beruht.

Die beste Route 66 ist nicht die, die am schnellsten am Pazifik endet. Es ist die Reise, bei der Sie nach einem langen Tag den Motor abstellen, in die untergehende Sonne schauen und wissen: Genau für diesen Moment bin ich losgefahren.


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